Pressemitteilung 20. Januar 2026
Grünkohl und Schwarzwurzel: Der Winter hat Geschmack
Heimisches Wintergemüse mit Nährstoffdichte, Lagerfähigkeit und kulinarischer Vielfalt
Berlin, 19. Januar 2026. Sie gelten als robust, bodenständig und ein wenig sperrig. Grünkohl und Schwarzwurzel stehen für eine Küche, die sich Zeit nimmt – für Saisonalität, für handwerkliche Zubereitung und für Aromen mit Tiefgang. Wer sich jedoch auf sie einlässt, entdeckt zwei äußerst delikate Protagonisten der Winterküche: grundverschieden, aber gleichermaßen charakterstark.
Beide zählen zu den klassischen Wintergemüsen aus heimischem Anbau. Sie sind saisonal verfügbar, gut lagerfähig und liefern in der kalten Jahreszeit wertvolle Nährstoffe. Damit stehen Grünkohl und Schwarzwurzel exemplarisch für eine ausgewogene, aber auch abwechslungsreiche und genussvolle Ernährung – gerade dann, wenn das Frischeangebot überschaubarer wird.
Stark im Frost
Grünkohl ist frosthart – und profitiert sogar davon. Niedrige Temperaturen mildern seine dezente Bitternote und verleihen ihm ein rundes, beinahe süßliches Aroma. In Deutschland wird er auf rund 1.200 Hektar* angebaut, vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Die Haupternte beginnt im Spätherbst und reicht je nach Sorte und Witterung bis in den Februar. Der jährliche Ertrag liegt bei rund 24.000 Tonnen*.
Schwarzwurzeln spielen mengenmäßig eine deutlich kleinere Rolle. Die bundesweite Anbaufläche liegt bei unter 1.000 Hektar, mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Die Ernte beginnt im Oktober, durch Lagerung in kühlen, feuchten Räumen ist eine Vermarktung bis ins Frühjahr möglich. Ihr arbeitsintensiver Anbau erklärt ihren Nischenstatus – und ihren besonderen Wert.
(*Quelle: Destatis, BLE)
Gut aufgehoben
Beide Gemüse sind wie gemacht für die Vorratshaltung. Grünkohl lässt sich nach kurzem Blanchieren problemlos einfrieren. Er verliert kaum an Aroma – im Gegenteil, er gewinnt häufig sogar an Bekömmlichkeit. Auch Schwarzwurzeln können eingefroren werden, sollten jedoch stets vorgegart sein, um ihre Textur und ihren Geschmack zu erhalten. In Zeiten bewussterer Einkaufsplanung erweisen sich beide als verlässliche Winterbegleiter.
Sichtbar grün, verborgen schwarz
Grünkohl fällt sofort ins Auge: krause, dunkelgrüne Blätter, markante Erscheinung. Die Schwarzwurzel dagegen wächst im Verborgenen und wirkt äußerlich unscheinbar. Nicht umsonst trägt sie seit Langem den Beinamen „Spargel des kleinen Mannes“. Was beide eint, ist ihre Saison – und ihre Fähigkeit, gerade dann zu glänzen, wenn anderes Gemüse längst Winterruhe hält.
Erste Liga für die Winterküche
Ernährungsphysiologisch spielen beide Gemüse ganz vorn mit.
Grünkohl gilt als eines der nährstoffreichsten heimischen Gemüse überhaupt. Er liefert wichtiges Vitamin C, Vitamin K, Folsäure, Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Kaum ein anderes Gemüse vereint so viel Substanz bei so geringer Kalorienzahl. Seine Bitterstoffe können Stoffwechsel und Verdauung anregen, die feste Struktur sorgt für nachhaltige Sättigung. Seit Generationen ist Grünkohl ein fester Bestandteil der Winterküche.
Schwarzwurzeln wirken unaufdringlich, sind jedoch nicht weniger wertvoll. Sie enthalten Inulin, einen präbiotischen Ballaststoff, der die Darmflora unterstützt. Dazu kommen Kalium, Eisen und B-Vitamine. Schwarzwurzeln nähren, ohne zu beschweren – und überzeugen mit zarter Textur und mildem Aroma. Nicht ohne Grund werden sie auch als „Winterspargel“ bezeichnet.
Kräftig oder fein? Eine Frage des Geschmacks
Geschmacklich könnten die Unterschiede größer kaum sein.
Grünkohl ist kräftig, würzig, leicht herb und entfaltet seine Tiefe erst durch Hitze, Fett und Salz. Er verlangt quasi nach Kochen, Schmoren oder Braten – wenngleich auch die rohe Zubereitung inzwischen immer mehr Anhänger findet.
Schwarzwurzeln überraschen mit Zurückhaltung. Ihr Aroma ist mild, leicht nussig, manchmal fast cremig. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern fügen sich harmonisch ein. Gerade darin liegt ihre kulinarische Stärke.
Kulinarische Geduldsproben
In der Zubereitung verlangen beide Gemüse Aufmerksamkeit.
Grünkohl braucht Zeit: Erst langes Garen macht ihn weich, rund und aromatisch. Dann passt er zu deftigen Gerichten ebenso wie in eine moderne, pflanzenbetonte Küche.
Schwarzwurzeln stellen dagegen schon vor dem Kochen eine kleine Herausforderung dar. Schälen unter Wasser, Zitronensaft gegen Oxidation und nicht selten klebrige Hände gehören dazu. Wer diese Hürden nimmt, wird allerdings mit feiner Textur und bemerkenswerter Vielseitigkeit belohnt.
Wintergemüse mit Tradition und Zukunft
Grünkohl ist besonders im Norden tief verwurzelt – in ländlichen Küchen ebenso wie in regionalen Traditionen. Gleichzeitig hat er längst internationale Küchen erobert und findet sich heute in Bowls, Pasta oder als Grünkohl-Chips wieder.
Schwarzwurzeln waren nie die schillernden Stars der Gemüsetheke und gerieten zeitweise sogar beinahe in Vergessenheit. Doch ihr Comeback hat begonnen: Vor allem in der klassischen französischen Küche und der zeitgenössischen Gemüsegastronomie feiern sie ihre Rückkehr.
Gute Gesellschaft auf dem Teller
Beide Gemüse sind vielseitig einsetzbar – von Suppen und Aufläufen bis zu Pfannengerichten und Pürees. In Kombination mit Kartoffeln, Hülsenfrüchten oder Milchprodukten entstehen ausgewogene Mahlzeiten mit regionalem Charakter.
Grünkohl liebt kräftige Partner wie Geräuchertes, Wurst oder Speck, harmoniert aber ebenso mit Linsen, Kartoffeln und Senf. Fett wirkt dabei nicht als Gegenspieler, sondern als Geschmacksverstärker.
Schwarzwurzeln hingegen schätzen Zurückhaltung. Butter, Sahne, Zitronensaft oder Muskat unterstreichen ihr Aroma, ebenso Fisch, Schinken oder Nüsse. Behutsam zubereitet, entfalten sie eine überraschende Eleganz – und zeigen, wie viel feiner Winter schmecken kann.
Rezepttipp: Grünkohl-Schwarzwurzel Tacos
Wintergemüse neu gedacht – herzhaft, frisch und überraschend leicht
Vegan / einfach / Zubereitungszeit: 30-35 Min.
Zubereitung:
- Grünkohl putzen, harte Stängel beseitigen, gut waschen, abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke zupfen.
- Rotkohl ebenfalls putzen, vom Strunk befreien, in feine Streifen schneiden und mit dem Grünkohl vermengen.
- Limette auspressen und die Hälfte des Saftes mit 3 EL Olivenöl und 0,5 TL Salz vermengen. Über den Kohl geben und gut mit den Händen vermengen, sodass das Dressing gut in den Kohl einziehen kann. 20 Min. ziehen lassen.
- Möhren schälen, vom Strunk befreien, in feine Scheiben schneiden und mit dem Kohl vermengen. Granatapfel entkernen.
- Inzwischen Schalotten schälen und in feine Ringe schneiden.
- Chili putzen, vom Strunk befreien und feinhacken. Restlichen Limettensaft in eine Schüssel geben.
- Schwarzwurzeln (am besten mit Küchenhandschuhen) unter fließendem Wasser schälen und dann in das Limettenwasser geben. Herausnehmen und in Scheiben schneiden.
- Champignons putzen und ebenfalls in Scheiben schneiden.
- 2–3 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten mit dem Chili anbraten, dann die Schwarzwurzeln dazugeben und 10–15 Min. braten, bis sie gar sind. 5 Min. vor Ende Champignons dazugeben, kurz mitbraten, mit Salz abschmecken und warmhalten.
- Nun kann sich jeder nach Gusto seinen eigenen Taco zusammenstellen: Hummus in die Taco Shells streichen, Kohl-Salat und Schwarzwurzel-Champignons draufgeben. Mit Granatapfel, Sesam und Minzblättern bestreuen und sofort genießen
Dateien zum Download
- Die Nutzung des Bildmaterials ist nur mit Quellennachweis "BVEO" oder „Deutschland – Mein Garten." und Fotografen-Nennung an Bild und Text gestattet. Die Copyrights müssen vollumfänglich genannt werden.
- Bei Online-Veröffentlichung ist ein präziser Link zu „Deutschland – Mein Garten.“ zu setzen.
- Alle Bild- und Text-Daten dürfen nur für Zwecke der Information über Obst und Gemüse verwendet werden.
- Eine Weitergabe an Dritte sowie die Veränderung des Datenmaterials ist nicht gestattet.
- Eine erneute Verwendung zu einem anderen Zeitpunkt oder Zweck bedarf einer erneuten Genehmigung durch das Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse.